GEWINNER & VERLIERER DER GENTRIFIZIERUNG – DAS NEUE FRANKFURT

Frankfurt wächst, baut und wird teurer. Doch wem gehört die Stadt, wenn sich immer weniger Menschen das Leben in ihr leisten können? Zwischen Skyline, Neubauquartieren und Bahnhofsviertel zeigt Sascha, was Aufwertung auch bedeutet: steigende Mieten, Verdrängung und den Verlust sozialer Räume. Dabei geht es nicht darum, Veränderung grundsätzlich abzulehnen. Es geht um die Frage, wer daran teilhaben darf. Eine Tour über Gewinner und Verlierer der Stadtentwicklung – und ein Plädoyer für eine vielfältige Stadt, in der Einkommen nicht darüber entscheidet, wer dazugehören darf.

BAADER-MEINHOF-GRUPPE & RAF – LINKER TERROR IN FRANKFURT

Frankfurt war ein zentraler Schauplatz der RAF. Die Tour folgt den Spuren von Studentenbewegung, Vietnamprotesten und der Auseinandersetzung mit ehemaligen Nationalsozialisten in der Bundesrepublik bis zur Radikalisierung und zum Terror. Sascha verschweigt weder die gesellschaftlichen Konflikte, aus denen die RAF hervorging, noch die Gewalt, die daraus entstand. Politischer Protest gehört zur Demokratie – Bomben, Entführungen und Mord nicht. Eine Tour über linke Ideale, ihre terroristische Entgrenzung und die schwierige Frage, wie ein demokratischer Rechtsstaat seinen Feinden begegnen sollte.

DIE WÜRDE DES MENSCHEN IST UNANTASTBAR – FRITZ BAUER & SEINE ZEIT

Fritz Bauer kehrte aus dem Exil in ein Deutschland zurück, in dem ehemalige Nationalsozialisten längst wieder Ämter und Einfluss besaßen. Als hessischer Generalstaatsanwalt kämpfte er gegen Schweigen und Verdrängen und trieb die juristische Aufarbeitung der NS-Verbrechen voran. Saschas Tour erzählt deshalb nicht nur die Geschichte eines außergewöhnlichen Juristen. Sie handelt von Haltung, Rechtsstaat und persönlichem Mut – und von der Verantwortung einer Demokratie, sich ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen. Denn Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit sind keine Selbstverständlichkeiten. Sie müssen verteidigt werden.

FRANKFURTER UNTERWELTEN – DER OSTHAFENBUNKER

Beton kann Geschichte erzählen. Der Osthafenbunker steht für Krieg und nationalsozialistische Herrschaft, später für den Kalten Krieg und heute für Kunst und Kultur. Saschas Rundgang ist ausdrücklich antifaschistisch und demokratisch: Die Architektur wird nicht losgelöst von der Ideologie betrachtet, die sie hervorgebracht hat. Es geht um die Menschen, die während der Luftangriffe Schutz suchten, um Zerstörung und Angst – aber auch darum, wie eine Gesellschaft mit solchen Orten weiterlebt. Geschichte wird hier weder verklärt noch entsorgt. Ein Bunker bleibt unbequem. Gerade deshalb lohnt es sich, hinzusehen.

GEGEN DAS VERGESSEN – STOLPERSTEINE & ORTE DER ERINNERUNG

Hinter jedem Stolperstein steht ein Mensch. Ein Name, ein Leben und eine Geschichte, die durch Verfolgung, Vertreibung oder Mord gewaltsam unterbrochen wurde. Sascha führt zu Orten, an denen sichtbar wird, was Ausgrenzung anrichtet, wenn aus Vorurteilen gesellschaftliche Normalität und schließlich staatliche Gewalt wird. Erinnern bedeutet dabei mehr als zurückzublicken. Es bedeutet, Menschenfeindlichkeit auch heute nicht gleichgültig gegenüberzustehen. Diese Tour gibt den Verfolgten ihre Namen und Geschichten zurück – und versteht Erinnerungskultur als Teil einer lebendigen, wehrhaften und menschenfreundlichen Demokratie.

HITLER STINKT! – GESCHICHTEN AUS DEM FRANKFURTER WIDERSTAND

Nicht alle machten mit. Auch im nationalsozialistischen Frankfurt gab es Menschen, die widersprachen, halfen, versteckten, Flugblätter verteilten oder auf andere Weise Widerstand leisteten. Sascha erzählt ihre Geschichten nicht als bequeme Heldensaga. Widerstand konnte klein sein, widersprüchlich und lebensgefährlich. Gerade deshalb stellt die Tour eine Frage, die bis heute relevant bleibt: Wann wird aus einer persönlichen Überzeugung eine Verpflichtung zum Handeln? Eine ausdrücklich antifaschistische Spurensuche über Mut und Zivilcourage – und darüber, warum Demokratie Menschen braucht, die widersprechen, wenn andere ausgegrenzt werden.

LEBEN IM NATIONALSOZIALISMUS – ALLTAG IN DER NAZIZEIT

Diktatur beginnt nicht erst mit Gefängnissen und Gewalt. Sie dringt in Schulen, Arbeitsplätze, Vereine, Nachbarschaften und schließlich in den Alltag ein. Sascha sucht in Frankfurt nach den Spuren dieser schleichenden Veränderung: nach Propaganda und Anpassung, Ausgrenzung und Verfolgung, aber auch nach den Menschen, die nicht mitmachen wollten. Dabei geht es nicht um eine abstrakte Jahreszahlen-Geschichte. Es geht um die Frage, wie eine Gesellschaft ihre Freiheit verlieren kann. Und damit zwangsläufig um unsere Gegenwart: Demokratie bleibt nur lebendig, wenn Menschen ihre Werte kennen und bereit sind, sie gegen autoritäres Denken zu verteidigen.

EINE KLEINE GESCHICHTE DER DEMOKRATIE IN FRANKFURT

Zwischen Römer und Paulskirche liegen nur wenige hundert Meter – politisch aber Jahrhunderte. Hier lässt sich erzählen, wie aus Untertanen Bürger wurden und warum Freiheit, Gleichheit und politische Mitbestimmung hart erkämpft werden mussten. Sascha folgt den Spuren von Revolution, Nationalbewegung und dem ersten gesamtdeutschen Parlament von 1848. Dabei wird Demokratie nicht als fertiges Geschenk der Geschichte präsentiert, sondern als fortdauernde Aufgabe. Sie lebt von Streit, Beteiligung und dem Schutz gleicher Rechte – auch und gerade für Menschen, deren Meinung, Herkunft oder Lebensweise nicht der eigenen entspricht.

HEIMLICHE POWERFRAUEN & UNGEZÄHLTE REBELGIRLS

Frankfurts Geschichte wurde nicht nur von Männern gemacht – sie wurde nur sehr häufig so erzählt. Sascha rückt deshalb Frauen in den Mittelpunkt, deren Arbeit, Mut und gesellschaftlicher Einfluss leicht übersehen werden. Es geht um bekannte Persönlichkeiten ebenso wie um Frauen, deren Lebensleistung nie ein Denkmal bekam. Ihre Geschichten erzählen von Abhängigkeit und Emanzipation, zugeschriebenen Rollen und dem langen Kampf um politische und gesellschaftliche Teilhabe. Eine Tour, die Geschichte aus einer anderen Perspektive betrachtet und

GUTLEUTVIERTEL & WESTHAFEN – VOM BRENNPUNKT ZUM EDELQUARTIER

Wo früher Hafenarbeiter schufteten, stehen heute teure Wohnungen, Büros und eine schicke Uferpromenade. Gutleutviertel und Westhafen erzählen exemplarisch davon, wie sich Frankfurt verändert. Sascha folgt den Spuren von Arbeit, Migration und sozialem Leben und schaut gleichzeitig auf das neue Quartier. Stadtentwicklung kann Lebensqualität schaffen – aber sie wirft auch die Frage auf, wer sich diese Lebensqualität leisten kann. Die Tour betrachtet den Wandel deshalb bewusst aus verschiedenen Perspektiven und fragt, was eine gerechte Stadt ausmacht: Wem gehört der öffentliche Raum? Wer darf bleiben? Und wessen Geschichte verschwindet mit dem Wandel?

GESCHICHTE DARF WEHTUN.
Diese Führungen erzählen nicht nur, was passiert ist.
Sie fragen auch nach dem Warum.

Wie viel Widerstand verlangt eine Gesellschaft? Wie geht ein Rechtsstaat mit seinen Feinden um? Wie entsteht politischer Extremismus? Und was bedeutet Verantwortung, wenn eine Diktatur längst vorbei ist?

Die Antworten darauf sind selten einfach und vielleicht sind gerade deshalb die Fragen so wichtig.